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Erst kam der Bergbau, dann
die Trinkhalle. Eine Verkaufseinrichtung im
"Mini-Format", die ihre Berechtigung auch nach
weit über 100 Jahren ihres Bestehens nicht verloren
hat. Vom Überraschungsei bis zum Fischrollmops,
das Sortiment ist riesig. Hier ist noch Zeit
für eine Plauderei, was vorallem alte Leute
und Kinder zu schätzen wissen., ein Kontrast
zur Seelenlosigkeit der Einkaufscenter und Supermärkte.
Der "Flora-Chronist" hat in der Geschichte der
"Bude" geblättert und dabei nachfolgende Aufzeichnungen
entdeckt:
"Ob Trinkhalle, Kleinshop
oder Kiosk, ihre Wurzel haben sie alle in der
"Selterswasserbude", die in der zweiten Hälfte
des vergangenen Jahrhunderts aus der Taufe gehoben
wurde. Sie ist vom Ursprung her reviertypisch.
Wer beispielsweise im Urlaub das Ruhrgebiet
verläßt. findet anderswo kaum derartige Einrichtungen.
Wann und wo in Wanne-Eickel die erste "Bude"
errichtet wurde, darüber schweigt sich die Chronik
aus - vermutlich waren es Bergleute, die bereits
um 1870 großen Durst verspürten. Das war meist
nach zehnstündiger Arbeit im Kohlenstreb, wenn
dann der ausgelaugte Körper nach Flüssigkeit
lechzte. Hier diente zunächst einfaches Kranwasser
als Flüssigkeitsnachschub. Doch dieses Labsal
brachte oft ungeahnte Folgen. Das ungechlorte
Wasser führte zu Darmverstimmungen und Hautgeschwüren,
die den Gang zum Knappschaftsarzt nicht ersparten.
Als Mineralwasserfabrikanten
diese Mißstände aufdeckten, witterten sie Morgenluft
und errichteten in näherer Umgebung der Zechen
die besagten Seltersbuden. Das Geschäft florierte
so gut, daß man es auf die großen Wohnviertel
an der heutigen Hauptstraße ausdehnte. Zwischen
Wanne und Crange schossen die Trinkhallen wie
die Pilze aus dem Boden.
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