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Der Amerikaner G.A. Johnson
war es, der vor 90 Jahren die Trinkwasser-Experten
an der Ruhr in helle Aufregung versetzte. Zur
Desinfektion des Trinkwassers hatte der Chemiker
nämlich die Anwendung von Chlorkalk empfohlen,
die er bereits an 100 nordamerikanischen Wasserwerken
mit Erfolg praktizierte.
Obwohl das Trinkwasser von
Ruhr und Lippe - vornehmlich in den Sommermonaten
- nicht immer den gesundheitlichen Forderungen
entsprach, zeigten die heimischen Fachleute
gegenüber dem Chlorkalk eine gewisse Skepsis.
Man war einfach aus ästhetischen Gründen dagegen,
dem Trinkwasser Chemikalien beizufügen.
Der trockene Sommer im Jahre
1911 brachte es schließlich an den Tag, dass
bakterienverseuchtes Ruhrwasser zu einer verbreiteten
Typhus-Epidemie beigetragen habe. Nachdem es
auch in Eickel zu Infektionen kam, galt der
Chlorkalk plötzlich als Rettungsanker für das
verseuchte Ruhrwasser.
Pferdefuhrwerke transportierten
schleunigst mit Chlorkalk gefüllte Holzfässer
zu den Pumpstationen. Zur Eindämmung der Typhuswelle
kam es jetzt darauf an, dem Trinkwasser eine
bestimmte Menge Desinfektionschlor gleichmäßig
beizumischen. Doch anfänglich wollte es nicht
so recht klappen. Es begab sich, dass nur nachts
bakterienfreies Trinkwasser durch die "Hähne"
floss.
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