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Auch die Wanne-Eickeler Taubenzüchter
hatten vor 75 Jahren unter der französischen
Besetzung zu leiden. Für die Züchter bestand
die Pflicht, ihre "Renner" bei der Brieftauben-Kontrollkommission
im Rathaus registrieren zu lassen. Nicht angemeldete
Tauben unterlagen der Beschlagnahme, wobei für
den Besitzer ein kriegsgerichtliches Verfahren
mit einer Höchststrafe bis zu zwei Jahren Gefängnis
in Aussicht stand. Die rassigsten Tiere dienten
der "Militärzucht", wozu die Franzosen motorisierte
Taubenschläge anrollen ließen (Bild). Auch im
Wanner Stadtgarten hatten sich damals Mobil-Schläge
etabliert, weshalb der Part 1923/24 für die
heimische Bevölkerung nicht zugänglich war.
Der größte Teil der beschlagnahmten Tauben wanderte
jedoch in die Kochtöpfe der französischen Offiziere.
Die Wanner Züchter zogen schließlich Notschlachtungen
für den eignen Gebrauch vor, denn erst als im
Sommer 1926 die Franzosen das Stadtgebiet räumten,
hieß es wieder "Gut Flug".
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Die Wanne-Eickeler staunten
nicht schlecht, als vor fünf Jahrzehnten ein
Straßenbahnzug der BOGESTRA mit Volldampf über
die Hauptstraße fauchte. Weil der Wagenpark
und das elektrische Oberleitungsnetz durch die
Kriegswirren stark in Mitleidenschaft gezogen
waren, entschloß sich das Nahverkehrsunternehmen
zu einem Kuriosum, das in der gesamten Bundesrepublik
ohne Beispiel blieb: Eine alte Dampflok, Baujahr
1904, wurde auf die Meterspur der Straßenbahn
umgebaut und zusätzlich mit einem Stromabnehmer
versehen. Ab 1947 fauchte der feurige Oldtimer
u.a. auf der "Linie 6" nach Bochum. Sein Spitzname
"Der schnelle Oskar" war fortan in aller Munde.
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Unfreiwilliger Namensgeber
war der damalige BOGESTRA-Direktor Oskar Witz:
Mitarbeiter hatten das Dampfroß auf seinen Namen
getauft. Bis 1951 war der qualmende Elias unterwegs.
Erst ein Jahr später, als sich der Wagenpark
normalisierte, schlug "Oskars" letzte Stunde:
Er wurde verschrottet und endete im Hochofen.
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In Crange feierte der Wasserski
schon vor 85 Jahren Geburtstag. Seine Form war
allerdings nicht so elegant wie heute, und es
fehlte auch das Motorboot, das den Wasserskiläufer
über die Wellen zieht. Die Bewohner Wanne-Eickels,
die es anno 1941 scharenweise zum damals neu
in Betrieb genommenen Rhein-Herne-Kanal trieb,
bewunderten in Umgebung der Cranger Schleuse
den ersten Wasserläufer.
Der nicht einmal sportlich
gekleidete Mann war mit zwei Miniatur-Kähnen
ausgerüstet, die irgendwie an den Füßen befestigt
wurden. Los ging die Fahrt kanalabwärts, im
Schneckentempo natürlich. Zur Balance hatte
der Wassergeher ein Doppelruder, mit dem er
notfalls auch den Kurs seiner beiden Mini-Kähne
korrigieren konnte. Wehe aber, es gab Wellen
auf dem Kanal, zum Beispiel wenn sich das Schleusentor
öffnete: Dann half alles nichts, der Wasserläufer
mußte mit den Fluten Bekanntschaft machen –
zum Gaudi der Zuschauer versteht sich.
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