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Die Anfänge des höheren Mädchenschulwesens
in der früheren Gemeinde Wanne gehen bis in
das Jahr 1895 zurück. Zu Ostern jenes Jahres
nahm der Pfarrer der evangelischen Kirchengemeinde,
Eduard Hellweg, die ersten sechs Mädchen in
seine höhere Privatknabenschule auf. Der Unterricht
vollzog sich im Gemeindehaus der Christuskirche.
Einen ähnlichen Schritt unternahm
die katholische Kirchengemeinde von Sankt Laurentius.
Das war allerdings fünf Jahre später, genauer
gesagt, am 1. April 1900. Hier waren es gleich
21 Mädchen, die unter Kaplan Schmidt in einer
Schulbaracke auf dem Wanner Feuerwehrplatz unterrichtet
wurden – zusammen mit den Jungen versteht sich.
Ein entscheidender Schritt
vollzog sich im Jahre 1904. Die Wanner und die
Eickeler Privatschulen schlossen sich zusammen
und gründeten mit Zustimmung der Arnsberger
Bezirksregierung das Realgymnasium an der heutigen
Kurhausstraße. Hier begann der Unterricht am
15. November 1905 – die offizielle Einweihung
folgte am 2. Juli 1906.
So segensreich die neue Schuleinrichtung
für Jungen war, - die Mädchen standen plötzlich
außen vor. Vieles mußte improvisiert werden.
Unterrichtsstunden für Französisch und Englisch
fielen flach, weil auch der Lehrer für Fremdsprachen
zum Jungengymnasium wechselte. Verständlich,
daß sich alsbald in weiten Kreisen der Bürgerschaft
der Wunsch regte, ähnlich wie vorher die Knabenschulen,
nun auch die beiden konfessionellen Mädchenschulen
im Sinne einer einheitlichen Bildung zu vereinigen.
Am 10. Juli 1907 war es dann
endlich soweit. Die Gemeinde Wanne, unter Vorsitz
von Amtmann Friedrich Winter, legte den Grundstein
für eine eigenständige Mädchenschule. Die Einweihung
des Neubaus an der Stöckstraße erfolgte am 29.
September 1908. Töchterschule oder auch Lyzeum
nannte sich damals die paritätische Lehranstalt.
Aufgrund des jährlich festgelegten Schulgeldes
von 120 Mark mußten die Eltern tief in die Tasche
greifen.
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