Geschichten aus Wanne-Eickel


Alfred Kallinowski
Alfred Kallinowski berichtet:

Die Wanne-Eickeler S-Bahn

 

Alfred Kalinowski

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 Erste Planung für die Wanne-Eickeler S-Bahn stammt aus der Kaiserzeit

Experten beschäftigten sich bereits vor 90 Jahren mit dem Problem "Schnellbahn für das Ruhrgebiet". Heute werden entsprechende Projekte in die Wirklichkeit umgesetzt Die alten Planungen aus der Kaiserzeit sind inzwischen so gut wie in Vergessenheit geraten.

Wer weiß zum Beispiel noch, daß vor dem ersten Weltkrieg - im Jahre 1909 – Wanne-Eickeler Verkehrsfachleute mit Vertretern weiterer Ruhrgebietsstädte eine interkommunale Vereinigung bildeten, die sich mit den Vorarbeiten für eine elektrisch betriebene Schnellbahn zwischen den Revierstädten befaßte?

Die Kriegswirren 1914/18 verzögerten jedoch die Detailplanung. Erst 1924 beschäftigte sich wieder eine unabhängige Studiengruppe mit umfangreichen Vorbereitungen zu einer Städteschnellbahn von Düsseldorf über Essen, Gelsenkirchen und Wanne-Eickel nach Dortmund. Die S-Bahn sollte auf eigenem Bahnkörper, teils als Überland- teils als Unterpflasterbahn, gebaut werden. Als im Dezember 1927 die damalige Reichsbahn mit ihrem Ruhr-Ausbauprogramm an die Öffentlichkeit trat, wurde auch die private Planung hinfällig. Denn die Reichsbahn bot an: Elektrifizierung des Eisenbahnverkehrs auf staatlichem Gleiskörper. Das hätte zwangsläufig den Umbau des Wanner Bahnhofs bedeutet.

Interessantestes Neubauprojekt war ohne Zweifel eine S-Bahnlinie von Gelsenkirchen über Hordel nach Bochum. Dazu sollte unweit von Röhlinghausen ein neuer Personenbahnhof entstehen, der sich Hordel-Wattenscheid nannte. Im zweiten Bauabschnitt sollte von hieraus die Strecke zum Wanne-Eickeler Hauptbahnhof weitergeführt werden, wo man dann in alle Richtungen umsteigen konnte. Auch in Holsterhausen gab es Hoffnung auf bessere Nahverkehrsverbindungen.

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Erst im Mai 1949 konnte die Triebwagenstrecke von Herne nach Bochum realisiert werden. Heute heißt sie "City-Bahn" und findet ihre Verlängerung über Wanne-Eickel nach Gelsenkirchen - im Volksmund "Nokia-Express".

Ein Triebwagenzug auf der Strecke Recklinghausen - Herne - Bochum lag im Visier.

An der Holsterhauser Straße, nahe dem Stickstoffwerk, gab es Grundstücksverhandlungen für einen kleinen Personenbahnhof. Ob die Station Wanne-Holsterhausen oder Herne-Rottbruch heiße sollte, der Streit unter den Stadtvätern nahm kein Ende. Und, das war eigentlich gut so, den auch die Reichsbahn konnte ihr Vorhaben kaum verwirklichen. Als Übergangslösung sollte der dampfbetriebene "Ruhrschnellverkehr" dienen, der zwischen Duisburg, Wanne-Eickel und Dortmund verkehrte. Für Wanne-Eickel blieb alles beim alten.

Der zweite Weltkrieg machte dann allen angedachten Neuerungen ein jähes Ende.

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Das für Wanne-Eickel geplante Ausbauprogramm der Reichsbahn von 1927 mit den Schnellbahn-
und Triebwagenverbindungen nach Bochum und Gelsenkirchen.

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