|
Genau neun Jahrzehnte ist
es her, daß die "Elektrische" den ersten öffentlichen
Personennahverkehr zwischen Eickel und Herne
eröffnete. Die Endstelle befand sich an der
Bismarckstraße, in der damals noch eigenständigen
Gemeinde Baukau. Unterhalten wurde diese Verbindung,
die über Eickel hinaus bis Wattenscheid-Höntrop
reichte, von der "Kommunalen Straßenbahngesellschaft
des Landkreises Gelsenkirchen" mit Sitz in Eickel,
wo sie 1907 an der Hordeler Straße einen großen
Betriebshof errichtet hatte.
Auf der 13,5 Kilometer langen
Strecke waren 10 Motorwagen und vier Anhänger
im Einsatz. Für die 60 Minuten dauernde Fahrt
kassierte der Schaffner damals 50 Pfennig. Das
Billett von Eickel nach Herne kostete lediglich
zwei Groschen. An den fünf Holsterhauser und
elf Eickeler Haltestellen war der Andrang so
groß, daß die Wagenfolge in der Hauptverkehrszeit
auf zehnminütige Abstände verdichtet werden
mußte. Dabei entwickelte sich der Eickeler Markt
zu einer wichtigen Umsteigestation in Richtung
Wanne und Bochum. So beförderte das Kommunalunternehmen
gleich im ersten Betriebsjahr 1,36 Millionen
Fahrgäste. Die Einnahmen beliefen sich auf 163.000
Mark.
|