Geschichten aus Wanne-Eickel


Alfred Kallinowski
Alfred Kallinowski berichtet:

Am 16. Januar 1908
zockelte sie los:

Alfred Kalinowski

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 Für zwei Groschen mit der Trambahn von Eickel nach Herne

Genau neun Jahrzehnte ist es her, daß die "Elektrische" den ersten öffentlichen Personennahverkehr zwischen Eickel und Herne eröffnete. Die Endstelle befand sich an der Bismarckstraße, in der damals noch eigenständigen Gemeinde Baukau. Unterhalten wurde diese Verbindung, die über Eickel hinaus bis Wattenscheid-Höntrop reichte, von der "Kommunalen Straßenbahngesellschaft des Landkreises Gelsenkirchen" mit Sitz in Eickel, wo sie 1907 an der Hordeler Straße einen großen Betriebshof errichtet hatte.

Auf der 13,5 Kilometer langen Strecke waren 10 Motorwagen und vier Anhänger im Einsatz. Für die 60 Minuten dauernde Fahrt kassierte der Schaffner damals 50 Pfennig. Das Billett von Eickel nach Herne kostete lediglich zwei Groschen. An den fünf Holsterhauser und elf Eickeler Haltestellen war der Andrang so groß, daß die Wagenfolge in der Hauptverkehrszeit auf zehnminütige Abstände verdichtet werden mußte. Dabei entwickelte sich der Eickeler Markt zu einer wichtigen Umsteigestation in Richtung Wanne und Bochum. So beförderte das Kommunalunternehmen gleich im ersten Betriebsjahr 1,36 Millionen Fahrgäste. Die Einnahmen beliefen sich auf 163.000 Mark.

Motorwagen

Vor 90 Jahren war der Motorwagen acht Meter lang und zwei Meter breit. Er war auf 18 Sitz- und 16 Stehplätze ausgelegt. Auf ebener Strecke erreichte das Gefährt eine Geschwindigkeit von bis zu 25 Stundenkilometern.

Interessant ist dabei, daß der Monatsverdienst eines Straßenbahners knapp über 100 Mark lag. Die heute noch geltende Freifahrt für Bedienstete galt auch vor 90 Jahren schon als "Deputat". Dieses Privileg wurde auch den konfessionellen Krankenschwestern in Ordenstracht zugebilligt. Freie Fahrt hatte außerdem die Polizei, wenn sie uniformiert die "Tram" bestieg -inbegriffen der tägliche Weg von der Wohnung zur Revierwache.

Nur vier Jahre nach ihrer Gründung ging die "Kommunale Straßenbahn" im August 1912 in den Besitz der "Westfälischen Straßenbahn" über.

Doch die Wirtschaftsmisere der Zwanziger Jahre brachte es mit sich, daß auch die Nachfolge mit einer Pleite endete. Am 31. Dezember 1937 holperte die letzte Elektrische von Herne über Holsterhausen und Eickel nach Wattenscheid.

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Am 31. Dezember 1937 endete die Straßenbahn Romantik. Die Strecke Herne-Eickel-Wattenscheid wurde motorisiert. Hier ein BOGESTRA-Oltimer aus dem Jahre 1934.

Danach sprang die BOGESTRA in die Bresche und veranlaßte 1938 auf dieser Strecke den motorisierten Omnibusbetrieb.

 

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