Geschichten aus Wanne-Eickel


Alfred Kallinowski
Alfred Kallinowski berichtet:
 

In Wanne-Eickel
vor 50 Jahren:

 

Alfred Kalinowski

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 Suche nach dem Trauring Martin Luthers

Zum Refomationstag anno 1908 beschäftige man sich in Wanne-Eickel mit der Frage: "Wer sah Luthers Trauring?"

Ein illustriertes Wochenblatt wußte vor 90 Jahren zu berichten, daß ein Privatmann im Ruhrgebiet und eine Dame in Freiburg/Breisgau einen Lutherring besitzen. Doch die Suche im heimischen Emscherbruch blieb damals ohne Erfolg.

Man weiß, daß die Originale, Meisterstücke der Goldschmiedekunst, nachgebildet worden sind. Vermutlich begannen die Nachahmungen schon zu Luthers Lebzeiten. So begann man immer wieder zu untersuchen, wohin nach dem Tod von Martin Luther und seiner Frau Catharina der Nachlaß gekommen sein könnte.

Auch der "Flora-Chronist" beschäftigt sich seit 30 Jahren mit der Ringsuche und ist dabei auf eine Fährte gestoßen, die bislang verborgen blieb. So gab eine 72jährige Eickelerin, die ihren Namen verschwiegen haben möchte, den Hinweis, daß einer der Ringe, nämlich der von Luthers Frau, Catharina von Bora, im Besitz ihrer Schulfreundin ist, die heute in Niedersachsen lebt. Elisabeth von Kuenheim wird als Besitzerin genannt, die den Ring bei der Kriegsflucht um 1945 von Ostpreußen mitnahm.

Das Adelsgeschlecht von Kuenheim, einst auf Schloß Juditten, nahe dem ostpreußischen Mühlhausen beheimatet, war nahe verwandt mit Luthers Frau.

Catharina von Bora

Catharina von Bora, die Ehefrau des Reformators

 

Catharina von Bora

Luthers Verlobungs- und Trauring mit der Gravur vom 13. Juni 1525

Seit dem Tod von Luthers Gemahlin (1552) wurde der Ring Besitz der vonKuenheims und von Generation zu Generation weitervererbt. Für die detaillierte Überlieferung fehlt allerdings immer noch der Beweis. Eine schriftliche Nachfrage bei den von Kuenheims blieb ohne Antwort. Selbst Eberhard von Kuenheim, Ex-Chef bei BMW-München, schweigt sich über Luthers Nachlaß aus.

Vor allem Eickel und Crange haben enge Beziehungen zur Reformation. Der Ursprung liegt bei Haus Kemnade im benachbarten Stiepel, wo zur Reformationszeit das Adelsgeschlecht "von der Recke" residierte. Hier war Heinrich VI. sogar ein persönlicher Freund von Martin Luther. Während eines längeren Aufenthalts in Wittenberg lebte von der Recke im Hause des Reformators und bekam von ihm eine Ausgabe der ersten Bibelübersetzung mit Luthers persönlicher Widmung.

Heinrich von der Recke bemühte sich fortan, den protestantischen Glauben auch in unserer Region zu verbreiten. So soll auch der damalige Besitzer des Hauses Crange, Gerd von Eikel, schon frühzeitig ein Anhänger Luthers gewesen sein. Als evangelischer Pastor in Crange wird zwischen 1577 und 1611 Johann Rothaupt erwähnt, der den "Katechismus Lutheri" auch nach Eickel überbrachte.

 

Catharina von Bora

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