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Was heutzutage der Heimcomputer
oder das Handy als weihnachtliche Geschenkidee
ausmachen, das waren um die Jahrhundertwende
geistvolle Erfindungen, die uns heute ebenso
selbstverständlich in der Nutzanwendung wie
auch kurios in der Ausführung anmuten. Sogar
die Haushaltsgeräte von damals zeigten schon
Ansätze, die den Hausfrauen das Leben leichter
machen sollten.
So wurde um die Weihnachtszeit
des Jahres 1899 den Wanne-Eickeler Familien
das "Waschwunder" angepriesen. Der Konstrukteur
Louis Krauss verhieß den Hausfrauen kinderleichte
Bedienung dieser technischen Neuheit. So ließ
der Urheber wissen, daß dieser Waschapparat
alle Vorzüge der modernen Wäschepflege charakterisiere.
Durch die unmittelbare Verbindung von Kochkessel
und Drehkurbel wurde die zeitraubende Handreinigung
auf dem Waschbrett überflüssig. Der mit Schamotte
ausgekleidete Feuerofen reduzierte den Holz-
oder Kohlenverbrauch um die Hälfte.
Die
Einführung des unkomplizierten "Waschwunders"
wurde besonders den Großfamilien empfohlen.
Bei einem Verkaufspreis von 130 Reichsmark konnten
unter den Bedingungen des Arbeitsnachweises
auch Ratenzahlungen vereinbart werden.
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Kinderleichte
Bedienung versprach der Erfinder des "Waschwunders"
vor 100 Jahren.
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Die Entwicklung der Waschgeräte
ging zügig weiter. Ein Bottich aus "bestem und
teuerstem" Eichenholz diente als Gehäuse der
ersten Miele-Waschmaschine, die im Jahr 1903
das Ende des mühsamen Rubbelns einläutete. Allerdings
mußte die Wäsche durch ein Schwungpendel mit
einer schweren Eisenkugel dran (siehe Bild)
per Muskelkraft hin- und herbewegt werden. Dann
kam der verheißungsvolle "Wassermotor" ins Gespräch,
der bei uns im Ruhrgebiet kaum realisierbar
war.
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Die
neueste Erfindung von Miele anno 1903: Eine
Waschmaschine in Edelholz, die für den Antrieb
mit einer schweren Eisenkugel bestückt war.
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In Wanne-Eickel hatte nur
jeder fünfte Familienhaushalt einen eigenen
Wasserhahn – meist mit Zufluß mittels Bleirohr.
Aber wie sollte da die Wäsche laufen, wenn der
Motor streikte? Eine gute Hausfrau stand frühmorgens
gegen zwei Uhr auf und heizte mit "Mutterklötzchen"
den Waschofen an. Dann wurde das Zeug umgefüllt
in den dicken Holzbottich, der maschinell alles
großporig reinigen sollte.
Aber das funktionierte nur,
wenn das Wasser lief. Bis morgens um sieben
Uhr mußte die Großwäsche erledigt sein, danach
kam der Motor mangels Wasserdruck kaum noch
in die Gänge.
Von Silvester 1928 wird berichtet,
daß fast alle Wasserleitungen zugefroren waren.
Trink- und Waschwasser mußte in Wanne-Nord aus
noch fünf vorhandenen Brunnen gepumpt werden.
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