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Seit dem 2. November 1948
bis zu seinem Ausscheiden aus dem Rat war Edmund
Weber ununterbrochen Oberbürgermeister. Er war
ein Mann aus dem Volke geblieben, der seine
Aufgaben als Stadtoberhaupt erst nahm. Von ihm
gingen bedeutsame Impulse für den Wiederaufbau
der Stadt aus, als es galt, aus Ruinen wieder
neues Leben erstehen zu lassen. Bei all seinem
Wirken war Herr Weber auf Ausgleich bedacht
- eine Haltung, die seiner Arbeit und gleichzeitig
der Kommunalpolitik im Wanner Rathaus von großem
Nutzen war. Etwa 80.000 Einwohner zählte die
Stadt bei seiner Amtsübernahme - an Großstadtwerdung
war längst nicht zu denken.
Alles wurde über den Haufen
geworfen, als immer mehr Flüchtlinge, Vertriebene
und Arbeitswillige für den florierenden Bergbau
an die Emscher kamen. Dann kam der 29. April
1955: Im Josefshaus an der Schulstraße wurde
ein strammer Junge geboren, er hieß Rüdiger
Klaus und machte Wanne-Eickel zur Großstadt.
Als dann alle Wanne-Eickeler Kirchenglocken
diesen Festtag einläuteten, hatte nicht nur
der Oberbürgermeister Freudentränen in den Augen.
Man traf sich zum üppigen Bankett im Saalbau
an der Wilhelmstraße, wo das "Wirtschaftswunder"
erste Akzente zeigte.
Und wie ging es mit Edmund
Weber weiter? Seine reiche Erfahrung wurde auch
überörtlich geschätzt. Seit 1956 war er Mitglied
der Landschaftsversammlung Westfalen-Lippe und
gehörte zum Beirat der Landes- und Wasserschutzpolizei.
Im ersten Weltkrieg verwundet, wurde der gebeutelte
Soldat sehr bald auf die Nöte der Kriegsopfer
aufmerksam. Er trat dem Reichsbund der Kriegsopfer
und Zivilgeschädigten bei, wurde dessen Kreisvorsitzender
und schließlich Mitglied des Bundesvorstand
des "Reichesbundes". Nicht zu vergessen sind
seine Verdienste beim Wirken für die Arbeiterwohlfahrt
wie auch das reichlich bezuschusste Stadt-Kinderheim
auf der Ferieninsel Norderney.
An Ehrungen für Alt-Oberbürgermeister
Weber hat es nicht gefehlt. Bereits im Jahre
1952 verlieh ihm die Stadt den goldenen Ehrenring,
1962 erhielt er das Bundesverdienstkreuz Erster
Klasse. Anläßlich seiner Verabschiedung wurde
der 72-Jährige zum Ehrenbürger der Stadt Wanne-Eickel
ernannt. Nach schwerer Erkrankung verstarb Edmund
Weber am 11. Juni 1970. Seine Ruhestätte fand
er in der Familiengruft auf dem Waldfriedhof.
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