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Die größte Hungersnot dieses
Jahrhunderts erlebten die Wanne-Eickeler vor
80 Jahren. Zwei Monate nach Ende des Weltkrieges
von 1918 bekam die Bevölkerung immer weniger
zu essen. Um die Weihnachtszeit nahm die Versorgungslage
in der 30.000 Einwohner zählenden Amtsgemeinde
Wanne katastrophale Folgen an.
Da auch Brot und Kartoffeln
kaum zu haben waren, mußten sich die meisten
Bürger mit Steckrüben und Trockengemüse über
Wasser halten. Nur selten war in der Einheitssuppe
ein Fettauge zu entdecken. Vor den Lebensmittelläden
und Konsumanstalten bildeten sich lange Käuferschlangen,
um wenigstens eine abgelederte Speckschwarte
zu ergattern. Wer Glück hatte, bekam 50 Gramm
Zucker. Dabei wurde die zugedachte Mini-Ration
mangels Papiertüten nicht selten in mitgebrachten
Briefumschlägen verpackt. Drei Tage vor Weihnachten
gab es dann schließlich noch einen Sonderaufruf:
Auf dem Wochenmarkt in Wanne-Nord erhielt jede
Familie 100 Gramm Stockfisch - Einzelpersonen
bekamen die Hälfte.
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Nur gelegentlich gab
es vor 80 Jahren einen geschmückten Tannenbaum
mit Kinderbescherung.
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Trotz wirtschaftlicher
Mißstände konnte die Bergarbeitergewerkschaft
für rund 10.000 Wanne-Eickeler Kumpel ein außergewöhnliches
Weihnachtsgeschenk verbuchen. Vor 80 Jahren
nämlich wurde die Acht-Stunden-Schicht eingeführt.
Otto Hue (Bild) und Fritz Husemann als Gewerkschaftschef,
hatten im Einvernehmen mit den Zechenherren
diese Neuerung eingeführt. Also 48 Stunden pro
Woche, einschließlich Samstag.
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Verständlich, daß in dem
frostigen Winter 1918 auch die Brennstoffversorgung
ins Stocken geriet. Beim Kohlenhändler Endemann
an der Freisenstraße warteten frierende Menschen
mit Bollerwagen. Da lohnte es kaum, die geringen
Verkaufsmengen erst auf die Waage zu schippen.
Im Zinkeimer zu je 20 Litern wurden die schwarzen
Diamanten an Bezugsberechtigte verteilt. Für
einen Familienhaushalt bedeutete das: "Ein Eimer
Kohle für die Festwoche zwischen Weihnachten
und Neujahr." Trockenfisch und Steckrübensuppe
zum Heiligabend - wer kann das heute noch ermessen?
Eine besinnliche Adventszeit
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