Reisezeit = Übelkeit?

Wie heißt es so schön: der Weg ist das Ziel. Für Menschen, die unter Reiseübelkeit leiden, besonders: egal ob Flugreise, lange Auto- oder Schifffahrt, wenn die Übelkeit kommt, ist es meist schon zu spät.

Ist man betroffen, kann man schon vorher vorbeugen: Alkohol und fettiges Essen vermeiden, aber doch eine Kleinigkeit im Magen bzw. dabei haben. So ist der Bauch beschäftigt und hängt nicht durch. Stille, kühle Getränke können ebenfalls beruhigend wirken und helfen auch bei den Kopfschmerzen, die häufiger Begleiter der Reiseübelkeit sind.

Während der Fahrt möglichst vorwärts sitzen, nicht lesen oder schreiben – am besten aus dem Fenster schauen. Kinder, die betroffen sind, kann man häufig mit Spielen ablenken („Ich sehe was, was du nicht siehst“ etc.). Auch Bildschirmzeit am Handy oder Tablet sollte man vermeiden.

Auf den Ernstfall vorbereitet zu sein, indem man Papiertücher/-tüten, ggf. Feuchttücher, dabei hat, kann auch helfen.

Für die schweren Fälle kann nach Absprache auch mit Reisetabletten oder -kaugummis vorgesorgt werden. Häufig genannter Nachteil hier: man wird müde – verschläft man den Großteil der Reisezeit kann das aber auch von Vorteil sein.

 

Kleine, fiese Warzen

Sie entstehen, wenn Viren durch kleine Risse in die Hautbarriere eindringen. Die befallenen Zellen vermehren sich stark und drücken sich dann als Verhornung hoch. Dann bilden sie das typische Erscheinungsbild einer Warze und sind hochansteckend.

Die Viren haben gerade bei Menschen mit geschwächtem Immunsystem leichtes Spiel. Meist sind Kinder und Jugendliche betroffen, denn dort ist das Immunsystem auch noch nicht so gut trainiert. Sind kleine Kinder betroffen, sollte immer ein Arzt zur Abklärung aufgesucht werden. Genauso wenn der Genitalbereich oder das Gesicht betroffen sind. Es gibt unterschiedliche Warzentypen, die auch entsprechend anders aussehen, je nach Virus.

Der Arzt kann die Warze chirurgisch oder per Elektrokauterisation entfernen. Zudem gibt es einmalige Vereisungssprays oder Lösungen, die regelmäßig aufgepinselt werden müssen. Wichtig ist, die umliegende, gesunde Haut gut mit einer einfachen Pflegecreme abzudecken und ggf. ein Pflaster als Schutz gegen weitere Infektionen zu verwenden. Es gibt auch Warzenpflaster, die man sich selbst zurecht schneiden kann: hier wird der Schutz direkt mit dem Wirkstoff vereint. Je schneller reagiert wird, desto weniger Warzen müssen behandelt werden.

„Nur“ trockene Haut?

Neurodermitis ist eine chronische Hauterkrankung, die meist Kinder betrifft. Aber auch bei Erwachsenen tritt sie auf. Nun ist nicht gleich jede trockene Haut eine Neurodermitis. Klassischerweise sind z.B. Ellenbeuge oder Kniekehle betroffen. Die Krankheit tritt schubweise auf, d.h. die Betroffenen sind längere Zeit beschwerdefrei, um dann im akuten Schub sogar bis zu nässende Ekzeme zu bekommen.

Hierbei ist eine gleichmäßig gute Pflege, um die Hautbarriere gut zu schützen, wichtig. Hier bieten sich Cremes ohne Duftstoffe oder Konservierungsmittel, die die Haut zusätzlich reizen können, an. Gerne empfohlen wird die sogenannte UEA (Unguentum emulsificans aquosum) aus der Apotheke oder andere vergleichbare Präparate extra für Neurodermitis-Haut. Hier ist eine gute Beratung Gold wert.

Aufkratzen der Stellen bitte vermeiden: das Infektionsrisiko steigt. Es ist noch nicht abschließend geklärt, was die Krankheit auslöst: vielfach kann Stress ein Faktor sein.

Zur Abklärung bietet sich ein Arztbesuch an, gerade im akuten Schub sind teilweise verschreibungspflichtige Kortison-Cremes notwendig, v.a. gegen den Juckreiz. Aber auch Kühlung der Haut kann Linderung verschaffen.

Köstliches zum Jahresende

Dieses Jahr in unserem weihnachtlichem Expertentipp ein echter Klassiker:

Kartoffelsalat und Würstchen

Für 4 Portionen kocht man dazu 800g festkochende, ungeschälte Kartoffeln zugedeckt ca. 20 Minuten. 1 Zwiebel fein würfeln und dann in einer Schüssel mit heißem Wasser übergießen und kurz ziehen lassen – das nimmt ein wenig die Schärfe. Danach Wasser abgießen, abschrecken und gut abtropfen lassen. Dann mischt man 100g Joghurt, 1 Esslöffel Senf, 80g Salatmayonnaise und Salz nach Geschmack, schneidet 120g Gewürzgurken in Scheiben und rührt noch 2 Esslöffel Gewürzgurkensud und die vorbereiteten Zwiebeln unter. Nachdem die Kartoffeln gut abgeschreckt sind, werden sie gepellt und in Scheiben geschnitten. Dann hebt man sie vorsichtig unter die vorbereitete Sauce. Den Kartoffelsalat mindestens 1 Stunde, besser über Nacht (Kühlschrank) durchziehen lassen. Wer mag, kann auch noch hartgekochte, kleingeschnittene Eier hinzufügen. Den Kartoffelsalat vor dem Servieren aus dem Kühlschrank nehmen und  je nach Hunger 4-8 Bockwürste im Wasserbad erhitzen und mit Senf zum Kartoffelsalat servieren. Natürlich geht das Ganze auch mit Geflügelwürstchen oder in der veganen Variante mit veganer Mayo und Wurst.

Winterpflege für wunde Lippen

Die Haut um unsere Lippen ist sehr empfindlich. Dadurch können wir beim Essen schnell erkennen, ob etwas gefährlich oder unverdaulich ist. Das ist praktisch.

Nicht ganz so praktisch ist, dass gerade im Winter bei vermehrt trockener Luft diese Stellen austrocken, wehtun und im schlimmsten Fall sogar einreißen. Regelmäßiges Cremen mit der richtigen Pflege kann – nach Bedarf verwendet – Abhilfe schaffen. Gerade wenn die Verletzungen sehr stark sind, sollte man eher auf eine weiche Lippencreme als den härteren Pflegestift ausweichen. Dexpanthenol kann zusätzlich helfen. Um den Lippen die fehlende Feuchtigkeit wiederzugeben, ist es hilfreich, keine reinen „Fettstifte“ wie z.B. Vaseline pur zu benutzen. Auch ein UV-Schutz in der Lippenpflege kann zusätzlich schützen. Da wir uns täglich häufig über die Lippen lecken und so auch eine überschaubare Menge Creme im Magen landet, sollte die Auswahl des Pflegeprodukts sorgfältig erfolgen.

Flüssigkeitsmangel kann ebenfalls zu wunden Mundwinkeln führen. Viel trinken hilft. Bei sehr hartnäckigen Wunden lassen Sie Ihre Blutwerte überprüfen, denn auch Vitamin B12 oder Eisenmangel können diese Beschwerden hervorrufen.

Urlaub am Meer auf Balkonien?

Seeluft für Zuhause geht ganz einfach: ein Vollbad mit Totem-Meersalz bringt nicht nur das Erholungsgefühl nach dem Urlaub zurück, sondern kann auch den Juckreiz bei Hauterkrankungen wie z.B. Neurodermitis oder chronischen Ausschlägen mindern. Die Inhalation wirkt entspannend.

Um einen ausreichend hohen Salzgehalt zu erreichen, sollten Sie mindestens 300g verwenden, besser ist bis zu ein Kilogramm Salz zu nutzen. Das Badewasser sollte angenehm warm sein, ca. 37 Grad Celsius und nicht zu heiß. Das kann zu Kreislaufschwierigkeiten führen.

Neu auf dem Markt sind sogenannte probiotische Bäder. Bei Hauterkrankungen wie Neurodermitis ist häufig unsere Hautflora aus dem Gleichgewicht. Das sind die Bakterien, die natürlicherweise auf unserer Haut leben und uns helfen, sie in Ordnung zu halten und den Hautschutz zu gewährleisten. In diesen Bädern sind nun „gute“ Bakterien zugesetzt, die helfen sollen, unsere Hautbarriere wieder herzurichten und die Beschwerden dadurch zu linden.

Um das Badeerlebnis perfekt zu machen, wärmen Sie den Raum gut vor. Außerdem ist es wunderbar, sich nach einem warmen Bad in ein auf der Heizung vorgewärmtes Handtuch zu wickeln.

Kneipp-Kuren für Zuhause

Benannt nach Sebastian Kneipp können diese Wasserbäder/-wickel z.B. den Kreislauf ankurbeln und beim Aufwachen helfen. Die Durchblutung wird angeregt, die Haut gestrafft, Verspannungen gelindert. Es gibt über 30 verschiedene Anwendungsmöglichkeiten.

Wechselfußbad bei Erkältungssymptomen

Wanne 1: 36°C warmes Wasser, Wanne 2: unter 18°C kaltes Wasser

Die Füße erst ins Warme, dann ins Kalte, dann wieder wechseln. Danach nicht abtrocknen, nur abstreifen, dicke Socken anziehen und die Füße durch Bewegung wieder erwärmen.

 

Gesichtsguss gegen Kopfschmerzen und Erschöpfung

Im warmen Badezimmer einen weichen Strahl kaltes Wasser von der rechten Schläfe über die Stirn bis zur linken Schläfe und wieder zurücklaufen lassen, gerne mehrfach wiederholen.

 

Das Ganze kann man auch unkompliziert in der eigenen Dusche als sogenannte Wechselduschen machen. Zuerst duscht man angenehm warm, um dann auf kalt umzustellen.  Dadurch wird die Durchblutung angeregt. Diesen Wechsel kann man öfter wiederholen, Sie sollten mit kaltem Wasser abschließen und sich danach gut einmummeln. Auch Bewegung hilft wieder warm zu werden. Das kurbelt den Kreislauf auch ohne große Hilfsmittel an.

Augentropfen richtig anwenden

Augentropfen werden meist bei Allergien oder Entzündungen verwendet, damit sie dann auch im Auge landen und bleiben, hier ein paar praktische Tipps.

Hände waschen! Jetzt mehr denn je gehört das zur Hygieneroutine, damit keine zusätzlichen Keime ins Auge gelangen. Dann die Brille abnehmen und Kontaktlinsen herausnehmen. Je nach Augentropfenart sollte man die Linsen erst nach ca. 15 Minuten wieder einsetzen.

Dann neigen Sie den Kopf etwas nach hinten, ziehen das untere Lid leicht nach unten – in den entstehenden Spalt tropfen Sie dann die Augentropfen. Damit nicht sofort alles wieder rausläuft, sollten Sie die Augen einen Moment geschlossen halten. Zum Vergleich: ein Tropfen sind ungefähr 250 Mikroliter, in den Tränenkanal passen aber nur max. 10 Mikroliter.

Gerade bei Entzündungen verschreibt der Arzt eine Kombination aus Tropfen und Salbe. Augensalbe wird vom Prinzip her genauso angewendet, aber vorzugsweise abends bzw. vor dem Zubettgehen, da die Sicht häufig vorübergehend verschwimmt.

Achten Sie bitte generell auf die Haltbarkeit nach Öffnen des Arzneimittels, es können sich Keime vermehren, die man sich dann wieder in die Augen tropft.

Aus aktuellem Anlass – unser neuer Expertentipp ist da: Coronatests für Zuhause – und nun?

Neues Thema in aller Munde: Tests – ob PCR, Selbsttest oder Schnelltest? Die Unterschiede kurz und knackig erklärt:

Bis vor kurzem gab es nur den sogenannten PCR-Test im Labor. Dieser Nasen/Rachenabstrich wird nur von medizinischem Personal vorgenommen und dann im Labor ausgewertet. Dieser Test ist am aussagekräftigsten. Das dauert in der Regel 1-2 Tage. Die Krankenkasse übernimmt die Kosten unter bestimmten Voraussetzungen.

Bei Schnelltests unterscheidet man: Antigentests weisen eine akute Infektion mit dem Coronavirus nach. Da die Infektionen teilweise symptomlos verlaufen, kann man mit Antikörpertests herausfinden, ob man schon mal mit Corona infiziert war. Antigenschnelltests werden nun in Testzentren, bei teilnehmenden Ärzten, Pflegediensten oder Apotheken allen Bürgern kostenlos angeboten, das Ergebnis gibt’s fast direkt per Mail. Um lange Schlangen und Kontakte zu vermeiden, ist hierfür meist ein Termin nötig. Es gibt auch mobile Testteams, z.B. in Unternehmen.

Als letzte Möglichkeit gibt es den Selbsttest für Zuhause. Das sind Antigentests. Hierbei macht man selbst einen Abstrich im vorderen Nasenbereich oder braucht eine Speichelprobe. Diese wird in einem kleinen Röhrchen gelöst und dann auf die Testkassette gegeben. Nach 15 Min. Wartezeit funktioniert das Ganze dann ähnlich wie ein Schwangerschaftstest: 1 Strich – der Test funktioniert. 2 Striche – Coronapositiv, schnellstmöglich ab zum Arzt/PCR Test und in Quarantäne!

Bitte nehmen Sie sich immer genügend Zeit für die Testdurchführung, nur dann ist das Ergebnis zuverlässig. Bei Fragen helfen wir auch gerne weiter.

Nicht zu vergessen: der Test ist immer eine Momentaufnahme, beim negativen Ergebnis z.B. keine generelle Aussage für immer. Die Testboxen gibt’s im Lebensmitteleinzelhandel, Drogerien oder Apotheken, Kostenpunkt für Selbstzahler zwischen 4 und 10 Euro.

20 Jahre „Apotheker ohne Grenzen“

„Ärzte ohne Grenzen“ ist vielen ein Begriff. „Apotheker ohne Grenzen“ kennen weniger, um diese wichtige Arbeit zu unterstützen, daher an dieser Stelle:

Der gemeinnützige Verein „Apotheker ohne Grenzen“ setzt sich seit nunmehr 20 Jahren für eine verbesserte Arzneimittelversorgung von Menschen in Not ein. Ehrenamtlich tätige Apothekerinnen und Apotheker leisten weltweit pharmazeutische Nothilfe nach Katastrophen wie z.B. Erdbeben oder Hurrikans – und arbeiten daran, die Gesundheitsversorgung langfristig und nachhaltig durch Entwicklungszusammenarbeit zu verbessern. Die mehr als 2.000 Mitglieder in Deutschland engagieren sich aktiv für Projekte in zahlreichen Ländern: darunter Nepal, Philippinen, Kenia, Tansania, Argentinien oder Mexiko. Auch in Deutschland helfen „Apotheker ohne Grenzen“ – und zwar in der Berliner Stadtmission bei der Versorgung von Obdachlosen und in der Ambulanz des Vereins „Armut und Gesundheit“ bei der Versorgung von bedürftigen Menschen in Mainz. Weitere Informationen zu Spenden:
Quelle: https://www.apotheker-ohne-grenzen.de/apotheker-ohne-grenzen-feiert-sein-20-jaehriges-jubilaeum/

Baby on Board

Schon in der Schwangerschaft kann sich frau mit dem Thema Stillen auseinandersetzen. Es gibt zahlreiche Literatur, einige Krankenhäuser oder Praxen bieten Kurse oder Stillcafes an. Ansprechpartner bei z.B. Anlegeproblemen ist auch die Nachsorgehebamme, deren Besuche nach der Geburt von der Krankenkasse übernommen werden.

Eine gute Vorbereitung ist hilfreich: Stillen muss in den meisten Fällen erlernt werden. Aber es lohnt sich: nicht nur das Allergierisiko des Neugeborenen sinkt, es ist zudem kostengünstig, die Mutter hat das „Essen“ immer in der richtigen Temperatur mit dabei. Für unterwegs gibt es Tücher zum Abdecken. Es bieten auch viele Cafes oder Einkaufszentren einen Rückzugsort für stillende Mütter an.

Gegen die anfänglichen Schmerzen kann man Lanolin oder Kühlkompressen verwenden. Ein kleiner Snack und ausreichend Getränke sollte frau dabei haben. Neben der körperlichen Anstrengung – Stillen verbraucht ca. 500 Kilokalorien pro Tag mehr – ist es auch eine mentale Herausforderung. Es lohnt sich.

Sollte aus z.B. gesundheitlichen Gründen stillen nicht möglich oder sinnvoll sein – die Pre-Nahrung unserer Zeit hat eine gute Qualität. Das sollte unnötigen Druck von der Neu-Mami nehmen.

Ein leckeres Glas Grapefruitsaft? Viele Vitamine! Das tut mir bestimmt gut!

Grundsätzlich stimmt das. Nimmt man aber Medikamente wie bestimmte Cholesterinsenker, Arzneimittel für den Herzrhythmus oder Antidepressiva ein, kann das schnell nach hinten losgehen.

Grapefruitsaft beeinflusst das sogenannte CYP3A4-Enzym im Darm, das für die Verstoffwechslung von vielen Arzneistoffen zuständig ist. Das Enzym kann nicht mehr so gut arbeiten. Der Effekt schon bei einem Glas hält ungefähr 24h an. Je mehr Saft getrunken wird, desto stärker und länger wird das Enzym blockiert.

 

Es ist möglich, dass die Konzentration eines Arzneistoffes steigt, weil das Enzym das Medikament nicht in normalem Maß abbaut. Das kann u.a. zu mehr Nebenwirkungen führen.

Im schlimmsten Fall wirkt ein Medikament weniger bis gar nicht, da das Enzym, welches durch den Saft blockiert wird, den Arzneistoff erst zur Wirkung aktivieren müsste.

Es muss im Einzelfall immer abgewägt werden, wie stark der Effekt die Gesundheit beeinflusst. Bei einigen Medikamenten ist ein Verzicht auf Grapefruitsaft auch im Beipackzettel empfohlen.

Ansonsten gilt: es hilft Ihnen neben dem Arzt auch Ihr Fachmann oder Fachfrau für Arzneimittelfragen – Ihre Apotheke!